heute kettensatz gewechselt, die angaben in der Reparaturanleitung sind falsch

  • km-stand 35575, Kette definitiv am ende. sie ist soweit gelängt, daß ich mit dem verstellmechanismus am ende bin und ich sie fast mit der hand vom kettenrad heben kann. naja, hab ja den kettensatz von louis DID VX 520 endlos izwischen geliefert bekommen, also heut um 10 Uhr angefangen. die Reparaturanleitung von Amazon hab ich inzwischen auch zuhause. war über die beschreibung etwas erstaunt. da wird die kette getrennt und der schaltmechanismus ausgebaut.
    30er 6kant-nuß mußt ich mir besorgen, hatte nur 27 und 32 zuhause.
    zuerst die ritzelabdeckung entfernt, drei inbusschrauben. danach die fußrastenplatte, ebenfalls drei inbusschrauben. alles ist mit schraubensicherung fixiert, geht aber ohne erhitzen ab. das schaltgestänge laß ich dran und klapp es nach vorne oben, daß es nicht im weg ist. danach muß die halterung für den seitenständer weg. wieder drei gesicherte inbusschrauben, zusätzlich muß die mutter der schwingenachse raus.
    die mutter für das ritzel ist gesichert, der obere teil der mutter ist als sicherungsblech ausgeführt und mit einem durchschlag in eine nut an der getriebeausgangswelle gedengelt. mit einem dünnen schraubenzieher oder einem kleinen mißel kann man sie entsichern. man muß darauf achten, daß der leerlauf drin ist und laut buechli das hinterrad mit einem hammerstiel gegen die schwinge blockieren. hatte mir extra einen neuen hammer gekauft, aber als ich versuche, die mutter mit der 30er nuß, einer knarre und einer verlängerung zu öffnen, bricht der hammerstiel. ok, ich finde ein geeignetes metallteil (alte spurstange vom piaggio mp3), umwickle es mit einem alten handtuch und blockere damit das hinterrad. ich hebe mit der verlängerung das ganze motorrad hoch, so fest ist die mutter. als ich mich von oben auf den sattel lege, gibt sie endlich nach. die angegebenen 110 Nm halte ich noch für untertrieben.
    als nächsten wird der kettenschutz losgeschraubt, hinten eine 10er mutter, vorne eine inbusschraube. in der mitte ist er mit einem klip fixiert, der kann dranbleiben. jetzt blockere ich das hinterrad erneut, um die schrauben des kettenrades aufzubekommen, 13er sechskantmutter, auch mit sicherungslack fixiert. als ich das kettenrad losgeschraubt habe, kann ich es soweit nach vorne schieben, daß ich die kette aushängen kann. dann entferne ich die ritzelschraube und schiebe das ritzel nach links auf seiner welle. wenm man es etwas verkantet, kann man es zusammen mit der kette am schaltmechanismus vorbeibugsieren und herausnehmen. jetzt muß die hinterachswelle raus und das hinterrad ausgebaut werden. bremssattel und abs-sensorplatte rechts am hinterrrad bleiben lose an ihren anschlüssen. jetzt kann man kettenrad und alte kette entfernen.
    der zusammenbau nach austausch von kettenrad, kette und ritzel erfolgt in umgekehrter reihenfolge. für den hinterradeinbau sind eine dritte und vierte hand hilfreich, aber wenn man sich das hinterrad etwas hochbindet, geht´s auch alleine. das ganze hat bei mir ca. 2 stunden gedauert. daß ihr wißt, wie man das hinterrad ausbaut und die kette spannt, setzt ich voraus.

  • das anzugsmoment von 110Nm wird schon passen, was sich da wehrt ist die schraubensicherung. wer die möglichkeit hat sollte sich evtl. in einer werkstatt die mutter am vorderen ritzel mit einem schlagschrauber lockern lassen.


    die ritzelabdeckung müsste man ja recht schnell ab bekommen, nach lockern lassen der mutter und wieder von hand befestigen, kann man dann zu haus in ruhe weiter rumwurschteln.

  • klar, und zum festziehen dann nochmal in die werkstatt? auf der ritzelmutter ist keine flüssige schraubensicherung, die mußt du also wieder genauso fest anziehen. wenn die aufgebogene schraubensicherung wieder in die nut geht, dann paßt´s.


    meine freewind muß an der hinterachsemutter mit 110 Nm angezogen werden, und die mach ich mit nem 27er ringschlüssel auf.

  • Hier muss ich aber mal schnell was zu sagen:
    Ich würde nicht irgendwo hinfahren und mir die Ritzelmutter lockern lassen und dann damit heimfahren. Man hörte schon von gelösten Ritzeln und versauten Getriebeausgangswellen.
    Mit einem genügend langen Hebel sollte das schon gehen, bzw. kann man auch günstige Schlagschrauber kaufen. Leicht erwärmen hilft auch meist.


    Ist die Anleitung jetzt falsch oder nur eine Variante wie es geht ? Ich hörte davon, dass man bei der XJ6 eine Endloskette nehmen kann ohne die Schwinge rauszuschrauben und das was Du schreibst klingt ja jetzt fast so umständlich wie bei meiner FZ bei der die Schwinge rausmuss bei ner Endloskette.


    Evtl. gibt es noch die Möglichkeit eine 530er Kette zu kaufen. Die sind etwas zäher.


    Ansonsten baue ich das HR immer gleich mit aus weil ich es einfacher finde.


    Trotzdem gut erklärt, Danke dafür. :-)

  • bibiiiiii, die mutter wieder von hand anziehn !!!! nur lösen wegen der schraubensicherung, da ist so ein sicherungsblech drunter, das fixiert das wieder, und ist wohl klar dass man so nicht in urlaub fährt, sonder von der werkstatt im ort wieder nach hause tuckert.


    so, habe fertig :-)

  • Ich weiß rex, ich weiß. Ich hab schon jede Menge Ketten gewechselt, käme aber trotzdem nicht auf die Idee sowas mit dem lockern zu machen und dann heimzufahren, auch nicht gemäßigt. Der Teufel wills und es passiert was und dann hat man anderen hier noch den "Tipp" gegeben. Besser nicht. Ich bin da pienzig, ich weiß. Aber Vorsicht und Mama in Porzellankiste, weißte ? ;-)

  • die angaben in der reparaturanleitung sind insofern falsch, weil sie nur beschreibt, wie man die kette trennt und vernietet. kein wort darüber, daß man eine endloskette ohne schwingenausbau montieren kann. deswegen auch mein fred hier.

  • "ausgrab..."
    Ich werde mich am WE dank Winfrieds Beschreibung selber an den Wechsel der Kette wagen. Wahrscheinlich wird mir Muskelkraft fehlen, aber dafür steht ja mein Freund parat :D Das Hinterrad hab ich ebenfalls noch nie ausgebaut, gibt es da wegen dem [lexicon]ABS[/lexicon] was zu beachten?

  • Ich schraub den sensor ab und zieh ihn aus der platte, sonst muß man beim zusammenbau auch noch auf das kabel aufpassen. Bremssattel losschrauben und am schlauch dane benhängen. Das erleichtert auch den einbau des hinterrades. Da hat man alle hände voll, um die achse durchzuschieben und die anderen teile, distanzhülse, bremsankerplatte usw in position zu halten. Viel spaß.

  • Ich schraub immer nur den Sensor ab und lass ihn zur Seite hängen. Bremssattel kann auch an seiner Halteplatte bleiben. Ist am Ende etwas gefummelt die Abdeckplatte vom ABS-Ring in die Nase der Haltplatte des Bremssattels einzufädeln. Aber mit 4 Händen geht das gut. Alleine eben etwas gefummelt.


    Viel Glück und Spaß :beer: Ich wechsel die Kette auch am Wochenende :thumbup:

  • Und prompt kommen die Erklärungen :thumbsup: Danke schön.
    Nachdem ich nun die 20000er Inspektion selber gemacht hab, werd ich das mit dem Hinterrad auch noch schaffen. Ist nicht so viel anders als Kuchen backen: immer schön ans Rezept halten und gelegentlich improvisieren und wenn ich nicht weiter weiß, hab ich immer noch euch... ^^

  • Winfried noch mal zum Verständnis: Ich geh grade die Arbeitsschritte durch, du schreibst das die Mutter der Schwingenachse raus soll. Muss nur die Mutter entfernt werden und die Achse bleibt wo sie ist? Wahrscheinlich werde ich das beim schrauben schon sehen, aber ich mach mich gerne vorher schlau und lese die Rep.anleitung zehnmal durch :rolleyes:
    Was du mit der Chrishams Liste meinst weiß ich allerdings nicht (ich kenn das Buch, vor langer Zeit gelesen) lange Leitung halt... 8|


    edit: muss Loctite generell wieder benutzt werden?

  • Loctite muss vom Gewinde entfernt werden und neues aufgetragen werden. Gibts in jedem Baumarkt ;)