Motor springt nach Zündkerzenwechsel nicht mehr an

  • Aloha liebes Forum!


    Ich habe inzwischen 24.000km auf meiner XJ6 N (Bj. 2009) und dachte, es wäre mal an der Zeit für einen Zündkerzenwechsel. Also: vier neue NGK CR9EIX Iridium bestellt und eingebaut (bei der Gelegenheit habe ich übrigens auch gleich noch den Luftfilter gewechselt). Da ich das erste mal selbst Zündkerzen gewechselt hatte, war ich sehr erfreut, als sie nach dem Einbau wieder ohne Probleme angesprungen ist! Umso größer war die Ernüchterung, als ich heute (zwei Tage nach dem Einbau) zum TÜV fahren wollte, und die XJ nicht mehr anspringen wollte! Der Motor stottert wie sonst auch, nur der Motor kommt nicht ins selbstständige laufen. Das ganze habe ich für euch zur besseren Vorstellung mal cinematografisch festgehalten: XJ6 Startprobleme - YouTube .
    Dem Anlassgeräusch zu urteilen ist die [lexicon]Batterie[/lexicon] in Ordnung, mit der hatte ich auch sonst noch nie Probleme, das Motorrad hatte auch keine lange Standzeit.


    Ich dachte zuerst, ich hätte die Zündis vielleicht doch irgendwie falsch eingebaut oder eine wäre defekt, deshalb: alles wieder raus, alte Zündkerzen wieder rein (die waren nämlich eigentlich noch 1A), und erneut versucht. Selbes Ergebnis. Zündkerzendefekt schliesse ich also aus.


    Auch sitzen alle Kabel korrekt, keine der (Benzin-)leitungen ist abgeknickt; kein Flüssigkeitsverlust.


    Nachdem ich mir dann mal die restlichen Beiträge zu diesem Thema hier im Forum angeschaut habe, habe ich unteranderem versucht anzuschieben, auch das hat nicht geklappt.


    Es riecht nach dem Anlassversuch leicht nach Benzin, aber jetzt nicht penetrant. Die Zündkerzen schon eher, in wie fern das normal ist weiss ich leider nicht. Auch waren die Kerzen nicht wirklich "nass", die übliche Gewindeschmiere eben. Auch dazu habe ich euch mal ein Foto gemacht.


    Mein aktueller Verdacht ist, dass der Motor abgesoffen ist? Wobei ich nicht verstehe, wie das hätte passieren können. Nach dem Wechsel ist der Motor ja auch angesprungen, nach ca. 30 Sekunden habe ich ihn dann wieder ausgemacht. Bei der Montage habe ich kein Gas gegeben ohne zu zünden, deshalb wüsste ich nicht, wie unverbranntes Benzin in den Motor hätte gelangen können. Lediglich nach zig Anlassversuchen habe ich dann mal etwas Gas dazu gegeben, und der Motor ist tatsächlich etwas "mehr" gekommen. Richtig angegangen ist er allerdings nicht, mit Wegnahme des Gases ist er direkt wieder ausgegangen.


    Aktuell habe ich jetzt erneut alle Zündkerzen ausgebaut und zum trocknen in die Wohnung gelegt und die Zylinder zum ausdünsten (?) offen gelassen. Das ganze würde ich jetzt in zwei Stunden nochmal zusammenbauen und erneut versuchen. Könnte das den abgesoffenen Motor (sofern das das Problem ist) wieder trocken legen?


    Gibt es noch Leute mit ähnlichen Erfahrungen, bei denen es nicht "plötzlich wieder ging", wie in 90% der anderen Beiträge? :S
    Ich würde mich sehr über Antworten freuen!


    Chris

  • Das ist aus der Ferne echt schwierig


    Die XJ ist mir auch mal "abgesoffen", nachdem ich sie nach dem Kaltstart gleich wieder ausgemacht habe. Wenige Minuten, beim erneuten Startversuch hat sie sich zunächst etwas geziert, ist dann kurz unrund gelaufen und dann war der Spuck vorbei. Das klingt ja bei Dir ganz anders.


    Kann es sein, dass eine oder mehrere Zündspulen was abkommen haben?
    Soweit ich weis (da ich keine XJ mehr und kein Werkstatthandbuch dazu habe kann ich es nicht genau sagen), kann man die Zündspulen durchmessen. Wenn sie i.O. sind liegt ihr elektrischer Widerstand in einem vorgegeben Bereich. Bei der FZ8 sind es 1,19-1,161 Ohm an der Primärwicklung (Messung an den beiden oberen Anschlüssen) und 8,5 - 11,5 Ohm an der Sekundärwicklung (Messung an einem der oberen Anschlüssen und am Kerzenanschluss).
    Du könntest auch bei ausgeschraubter im Stecker steckenden und auf masse liegenden [lexicon]Zündkerze[/lexicon] prüfen, ob beim Startversuch ein ordentlicher Funke zu erkennen ist.


    Da sie nicht die geringsten Anstalten zeigt anzuspringen, ist entweder an keiner der Kerzen ein Funke oder sie bekommt keinen Sprit. Läuft die Benzinpumpe? Surren kurz nach dem Einschalten der Zündung. Beim Hochklappen des Tanks kann man ganz schnell eines der Kabel aus der Pumpe zupfen! Auch das ist mir schon passiert.


    Und natürlich der Klassiker. Killschalter betätig? Da kommt man schnell mal beim Schrauben mit dem Arm dran. Schaut aber im Video nicht danach aus.


    Damit würde ich beginnen. Aber wie gesagt... aus der Ferne.??

  • dieses kurze laufenlassen bei kalten temperaturen ist gift für die einspritzer von yamaha. hatte das bei meiner xj6 und hab das auch bei der tracer. das sollte man wirklich vermeiden. also, wenn anlassen, dann fahren, bis die kiste warm ist.
    nachdem du die kerzen ja neu verbaut hattest und den motor nur 30 sekunden hast laufen lassen, sind durch den zusätzlich eingespritzten sprit während des kaltlaufs die kerzen schon verrußt und die zylinder geflutet. der überflüssige sprit wäscht das öl von den zylindern, die kompression läßt nach. all das führt nicht unbedingt dazu, daß sie beim nächsten mal klaglos anspringt.
    du versuchst, im leerlauf zu starten, und ein zylinder scheint ja auf dem video auch immer wieder zu zünden.
    das ausbauen hättest du dir sparen können. einfach mit vollgas starten. dadurch wirkt sich der spritüberschuß durch die kaltstartanreicherung nicht so stark auf´s gemisch aus, die kerzen werden trocken und die kiste kommt dann langsam zuerst mit einzelnen zündungen, dann mit regelmäßigeren wieder. aber das kann schon ein paar minuten dauern, bis sie wieder richtig gas annimmt. wichtig also, daß die batterie gut geladen ist.
    merke: wenn einspritzer bei kälte abgesoffen sind, immer mit vollgas starten.
    den elektrodenabstand würd ich auch mal kontrollieren, der sollte nicht mehr als 0,9mm betragen, besser 0,7mm. der ist bei neuen kerzen meistens zu groß. auf dem bild seh ich überhaupt keine mittelelektrode.

  • Nachdem ich schon verzweifelt meine Vertragswerkstatt angerufen und mich erkundigt hatte, wie viel der Transport des Motorrads von mir zu ihnen kosten würde, bin ich gerade nochmal voller guter Dinge in die Garage um es erneut zu versuchen. Hatte beide Kerzensets jetzt gut zwei Stunden "trocknen" lassen und die Zylinder wie gesagt offen gehabt. Eingebaut habe ich anschliessend die neuen Iridium-Kerzen.
    Ich hab keine Ahnung ob das entlüften tatsächlich was gebracht hat oder in den zwei Stunden die helfenden Elfen zu Besuch waren, aber der Motor ist wieder angesprungen!
    Beim ersten mal ist er zwar ohne Gasgeben gestartet, anschliessend musste ich ihn allerdings mit Gas am Leben halten. Sobald ich den Griff losgelassen habe ist er wieder ausgegangen.
    Beim zweiten mal musste ich zum Starten etwas Gas geben, nach aber etwa einer Minute bei 2.000rpm ist er auch ohne Gas am Laufen geblieben.
    (Der Auspuff hat übrigens gequalmt als ob's kein Morgen gäbe).


    Anschließend bin ich trotz Regen und gefühlten -20 Grad einmal durch den Ort gefahren, in der Hoffnung dass der Motor dadurch sämtliche Benzinüberreste loswerden kann. Auch an den Ampeln hatte ich nicht dass Gefühl er würde ausgehen, lediglich die Leerlaufdrehzahl war mit +-1.000rpm (noch?) etwas mager.
    Mal gespannt ob ich ihn morgen wieder ohne Probleme zum laufen bekomme, oder ob das Spiel von Neuem beginnt!



    Vielen liebem Dank für eure Hilfe! Ich werde euch berichten :-)

  • lediglich die Leerlaufdrehzahl war mit +-1.000rpm (noch?) etwas mager.

    Die is zu niedrig. Geh mal hoch auf 1200 wenn der Motor warm is. Noch is da nix die wird sich nicht ändern, ausser du änderst sie ;)

  • Auf dem Bild ist die Kerze viel zu feucht, daher würde ich mich pauschal den Vorredner anschließen, der Motor ist einfach "Abgesoffen".


    Lösung: Kerzen raus und mit Druckluft trocken blasen. Sicherung von der Benzin Pumpe raus und den Motor 10 Sek. ohne Kerzen durchdrehen.Danach Kerzen rein und normal starten.
    Alternativ: Großen Hügel suchen und im Zweiten Gang "anschieben".


    Auch wenn man bei Iridium- Kerzen den Elektroden- Anstand nicht einstellen sollte, ist es unter Umständen doch manchmal hilfreich diesen zu prüfen und auf 0.7mm einzustellen.


    Hoffe das hilft...

  • Merci vielmals, der Gute ist heute wieder ohne Probleme angesprungen. Mal schauen was der Tüv mir so beschert!
    Mich würde echt nur interessieren, wie es überhaupt dazu gekommen ist dass der Motor abgesoffen ist. Damit mir das nächstes mal nicht wieder passiert...

  • wenn das ding im winter startest, dann lass die einfach laufen, nicht gleich wieder aus. laufen lassen!


    am besten halbwegs warmfahren, was aber nicht sein muss, tut dem moped aber besser das zieht sonst u.a. nur n arsch voll kondenswasser.


    ps. wegen motor absaufen..... wenn du die zündung an machst dann spritzt die kiste sprit ein, zündung aus und wieder ein, dann spritzt die wieder ein.... usw..
    wenn zündung ein, dann starten und motor eine weile laufen lassen (keine 30 sec.) laufen lassen, so evtl. bis die mal 70 grad anzeigt oder so. (bei starker kälte)

  • ps. wegen motor absaufen..... wenn du die zündung an machst dann spritzt die kiste sprit ein, zündung aus und wieder ein, dann spritzt die wieder ein.... usw..
    wenn zündung ein, dann starten und motor eine weile laufen lassen (keine 30 sec.) laufen lassen, so evtl. bis die mal 70 grad anzeigt oder so. (bei starker kälte)

    Das ist so nicht ganz richtig... Wenn man die Zündung einschaltet wird normalerweise Nichts eingespritzt.


    Das Problem liegt meistens in solchen Fällen in der Abstimmung vom Steuergerät als auch Nutzerverhalten. Hintergrund ist recht einfach, bei kalten Temperaturen bzw einem kalten Motor muss wegen dem so genannten Weber Effekt mehr Benzin eingespritzt werden. Dies hängt mit der Verdampfung vom Benzin zusammen, den es bilden sich im kalten Zustand weniger entzündungsfähige Dämpfe (Es brennen bekanntlich nur die Dämpfe und keine festen oder Flüssigen Stoffe) als auch bleibt bei Saugrohr- Motoren gewisse Benzinmenge an dem Saugrohr hängen. (kennt Jeder vom Duschen, beim duschen bleibt auch eine gewisse Menge Wasser an der Duschkabine hängen und kommt irgend wann runter).
    Damit man den Motor auch im kalten Zustand anlassen kann und um den Weber-Effekt entgegen zu wirken gibt es mehrere Möglichkeiten, die meisten sind:
    - es wird mehr Benzin eingespritzt,
    - man muss bei kalten Temperaturen und/oder kalten Motor länger Anlasser drehen,
    - Leerlauf- Drehzahl wird erhöht um das "Absaufen" durch höheren Luftstrom im Saugrohr zu verhindern "Benzinbläschen werden so zu sagen weggeblasen".


    Allerdings fangen hier auch Probleme an, den jeder Motor ist etwas anders und die vom Werk eingestellte "Anreicherung" ist in manchen Fällen zu viel, in der andren wieder zu wenig.
    Hier kann es vorkommen, dass die Benzinmenge die beim starten "angereichert" wird einfach zu hoch ist, sodass zu viel Benzin an den Saugrohr- Wänden "hängen" bleibt ohne durch die gestiegenen Motor-Temperaturen zu verdampfen. Stellt man den Motor noch im kalten Zustand ab, läuft das Benzin das Saugrohr runter und beim erneuten Start kann es vorkommen, dass einfach die Kerzen durch die dann noch einmal hinzu kommende Benzin-Menge geflutet werden. Folge, Motor startet nicht da die Kerzen zu nass sind.


    Wartet man lange genug, verdampft das Benzin auch bei kalten Temperaturen und man kann irgend wann den Motor "normal" starten.


    Hoffe das erklärt den Sachverhalt etwas.