Rennstreckentraining mit der XJ6

  • Hallo zusammen,

    ich wollte Euch mal teilhaben lassen an meinen vergangenen Freitag erworbenen Erfahrungen zum Thema "XJ6 auf Rundkursen".


    Ich habe auf dem Spreewaldring am Freitag ein eintägiges Rennstreckentraining absolviert, und zwar das für Anfänger im Sinne von Rennstreckenanfänger: Ein erweitertes Kurventraining sollte man unbedingt vorher gemacht haben, wenn man die anderen nicht ständig aufhalten will. Dabei wollte ich auch herausfinden, ob es überhaupt Sinn macht, mit einem Sport-Tourer wie der XJ6 auf die Rennstrecke zu gehen, insbesondere in Hinblick auf mögliche Schräglagen und sich daraus ergebende Kurvengeschwindigkeiten.


    Neben dem Riesenspaß, den ich an diesem Tag hatte, kann ich auch sagen, dass es zumindest nicht vollständiger Unsinn ist, die XJ6 über Rundkurse zu bewegen. Ja, bauartbedingte Grenzen treten zutage: Die Fußrasten setzen bei der XJ6 auf, bevor die Reifen am Limit sind. Da ginge also noch mehr. Ich habe es nicht mit abgeschraubten Nippeln versucht. :-)


    Obwohl ich im Hanging-Off erst am Anfang stehe, glaube ich sagen zu können, dass die Sitzhaltung auf der XJ6 Hanging-Off schon recht gut ermöglicht. Das ist wegen der oben beschriebenen bauartbedingten Schräglagengrenzen auch dringend nötig, wenn man ordentliche Kurvengeschwindigkeiten und damit Rundenzeiten erreichen will.


    Leistungsmäßig hängt es natürlich immer davon ab, wer sonst so auf dem Kurs unterwegs ist, aber wir sind uns natürlich alle darüber im Klaren, dass man mit der XJ6 gegenüber anderen 600ern eher sparsam aufgestellt ist. So fuhr der Instruktor eine Vergaser-R6 - die wiegt wohl so 50 kg weniger und hat mindestens 120 PS. Ich hatte jedenfalls neben dem Kollegen, der eine 690er Duke fuhr, das schwächste Motorrad am Start. Dennoch konnte ich nicht nur der Duke wegfahren, sondern auch einigen deutlich stärkeren Moppeds, was aber natürlich an deren Fahrern lag. An dem Kollegen mit doppelt so viel PS unterm Hintern konnte ich nicht dauerhaft dranbleiben, einfach, weil er mir auf der Geraden wegziehen konnte. In den Kurven ging's.


    Neben unserer Gruppe waren noch zwei weitere Gruppen aktiv, und die Mitfahrer der schnellsten Gruppe waren wirklich sehr schnell unterwegs, da hätte ich nicht gern dazwischen rumfahren mögen. Die hatten allerdings auch wirklich alle Supersportler, und längst nicht alle hatten eine Straßenzulassung.


    Fazit: Das eine oder andere Rundkurstraining kann man mit der XJ6 prima machen. Will man dauerhaft und/oder ernsthaft Rennstrecke fahren, braucht man wohl was Anderes.

    Der Spreewaldring ist auch nicht die megaschnelle Strecke, das kommt der XJ6 entgegen. Wobei die 1000er-Klasse an der schnellsten Stelle schon so mit 230 km/h vorbeikommt. Da ist die XJ6 vielleicht mit etwas Übung bei 180, bei mir waren's maximal 160. Ansonsten ist der Spreewaldring (2.700 m Kurslänge) recht abwechslungsreich. Man kann ihn nur in eine Richtung fahren.


    Übrigens wurde mir gesagt, dass beim "Freien Fahren" auf dem Spreewaldring durchaus auch mal Tourergruppen die Strecke bevölkern. Es seine sowieso meist dieselben, es sei wie eine Familie und es würde viel Rücksicht genommen.


    In diesem Sinne und auch vor dem Hintergrund der deutlich verschärften Blitzerregeln: Rundkurse sind eine Alternative, wenn man ohne Angst etwas stärker andrücken möchte.


    Gruß John

    mit 12 Suzuki RV50, mit 15 Kynast KML25, mit 18 Zündapp GTS 50, mit 30 Simson Star,

    mit 31 Kawasaki ER-5, mit 32 Gilera Runner FXR, mit 52 am Ziel: Yamaha XJ6

  • Vielen Dank für den Bericht! Ich denke, auch dass man je nach Strecke gut mit anderen mithalten kann. Merkt man manchmal auch schon im Straßenverkehr. 🙈

    Hast du für die Rennstrecke andere Reifen aufgezogen? Solche Maßnahmen könnten ggf. auch noch was bringen.

  • Fazit: Das eine oder andere Rundkurstraining kann man mit der XJ6 prima machen. Will man dauerhaft und/oder ernsthaft Rennstrecke fahren, braucht man wohl was Anderes.

    Richtig!!!