PET und Öl
... anscheinend gibt es eine Sekte "Vernichtung der Mehrweg-Flasche durch Beimischung von Motoröl" oder auch eine Selbsthilfegruppe "wie schaffe ich es, Motoröl zu verzaubern? "
Im ernst. Das Thema finde ich hochinteressant. Normalerweise ist milchig-trübe Suppe im Öl ein Anzeichen für Wasser im Motoröl über dem Sättigungsgrad hinaus (>~1,4 Volumenprozent) und da Wasser schwerer als Öl ist, setzt sich das dann am Boden ab. Doch auch chemische Reaktionen können zu sowas führen, wenn auch selten der Fall. Nur warum passiert das bei einer Flasche, die fast zu 100% aus Erdöl besteht? Okay, PET ist nicht gasdicht, doch kann das der Grund sein? Oder sind die Flaschen nochmal beschichtet? Die PET-Flasche also tatsächlich mit XY kontaminiert? Etwa doch krebserregend
?
Ich arbeite ja in der Hydraulikindustrie und da muss das Öl in den Maschinen oder Motoren mal einfach so 25 Jahre halten. Der Ölzustand kann dann nur über Ölprobenanalysen sichergestellt werden. Etwa 80 - 120€ pro Probe. Für den kleinen Mann macht eine Ölanalyse keinen Sinn, sondern bei uns wird das Öl dann eben jährlich gewechselt, was hingegen bei 50.000l Menge, wie bei nem Schiffsdieselmotor dann doch kein billiges Vergnügen wäre. Immerhin Filter werden dort getauscht und etwas Frischöl bei Verbrauch nachgekippt.
Ne PET Flasche mit Öl, die Auffälligkeiten zeigt, ist daher ganz richtig, reif für den Müll. Prinzipiell wäre es aber denkbar das Öl abzuschneiden und mit Frischöl zu vermengen. Doch dafür müsste jemand von uns 100% sagen können, was das für eine Art Ablagerung ist. Das Unternehmen Oelcheck ist z. B. auf sowas spezialisiert. Doch wie bereits erwähnt. Zuviel monetärer Aufwand, ganz zu schweigen vom Zeitlichen. Obwohl mir Letzteres egal ist, denn ich lerne gern was dazu und irgendwie gehört das zu unserem Hobby dazu.
Getestet wird üblicherweise Viskosität, Säuregehalt bzw. Neutralitätszahl, Wassergehalt, Viskositätindex, Partikelanzahl und Größenverteilung, Rückstände metallisch / organisch, Aussehen, Farbe, usw. (je nach Ölart mehr oder weniger). Manche Indikatoren davon machen einen Ölwechsel unabdingbar, doch bei den meisten gibt es Maßnahmen, um die Brühe zu retten.